Der ehemalige „The Biggest Loser“- Teilnehmer Christos wog 180kg und hatte mit körperlichen und psychischen Problemen zu kämpfen. Wie er dann stolze 75 Kilo verlor, verrät er uns im Interview.

Christos von "The Biggest Loser" im Interview

Wie bist du darauf gekommen, bei “The Biggest Loser” mitzumachen?

Eigentlich begann das alles richtig klischeehaft. Ich lag zu Hause auf der Couch mit meiner damaligen Freundin und wir aßen etwas. Als ich die Kanäle im Fernsehen durchscrollte, bin ich bei „The Biggest Loser“ hängen geblieben. Es wurden gerade die Finalisten gezeigt. Ich war so geflasht, dass ich an meinem ganzen Körper Gänsehaut hatte. Da war für mich klar, DAS will ich auch! Am selben Abend habe ich noch bis spät in die Nacht die Bewerbung geschrieben und abgeschickt.

Hattest du körperlich oder psychisch Probleme mit deinem Gewicht?

Oh ja, das hatte ich. Kommen wir erstmals zum Körperlichen: ich vergesse nie diesen einen Tag als ich mit dem Auto nach Hause fuhr. Mein Herz raste plötzlich wie verrückt.  Ich bekam Angstzustände und dachte wirklich, dass ich einen Herzinfarkt bekomme! Daraufhin bin ich direkt nach Hause und habe meinen Blutdruck gemessen. Der war bei 170/110, ein echt erschreckender Wert. Ich wurde direkt ins Krankenhaus gebracht und wurde abgecheckt, daraufhin musste ich ab diesem Tag Blutdruck Tabletten einnehmen. Außerdem war das Einkaufen sehr anstrengend für mich. Nach jedem Besuch in Modegeschäften (für Übergrößen wohl gemerkt, denn damals trug ich 7 XL) kam ich schweißgebadet aus der Umkleidekabine. Tägliche Knie- und Rückenbeschwerden plagten mein Leben. Ich hatte so starke Schmerzen am Knie, dass ich zum Arzt bin und ein MRT machen musste. Es wurde jedoch nichts gefunden. Es waren meine Gelenke, die nach Hilfe schrien.

Kommen wir zur Psyche: Jeder Tag war für mich hoffnungslos, ich war träge, schlecht gelaunt und habe keinen Sinn mehr im Leben gesehen. Durch das Mobbing bei der Arbeit wurde alles nur noch schlimmer. Der schlimmste Tag meines Lebens war aber dieser: Ich hatte einen Meniskusriss und musste operiert werden. Am Operationstag im Krankenhaus angekommen, fragte mich die Ärztin nach meinem Gewicht. Damals wog ich 180 kg. Die Operationstische stemmten aber nur bis zu 160 Kilo. Daraufhin musste ich in eine andere Klinik. Ich entschied mich letztendlich gegen eine OP, da es mit meinem Gewicht sehr große Risiken gab. Daraufhin hatte ich einen Termin bei einer Adipositas Klinik, die mir mitteilten, dass bei mir nur noch eine Magenband Operation helfen würde. Zu diesem Zeitpunkt habe ich keinen Sinn in meinem Leben mehr gesehen.

Wie war der Prozess des Abnehmens, was hast du dafür getan und was musst du heute noch dafür tun?

Meine komplette Abnahme (-75 Kg) habe ich nur durch Cardio Training und kohlenhydratarme Ernährung geschafft. Ich habe jeden Tag sechs Stunden trainiert. Da ich aber nicht komplett auf mein Leben und entspannen und Serien schauen verzichten wollte, habe ich meine Couch gegen ein Fahrrad ersetzt. In der Zeit von „The Biggest Loser“ hab ich keinen einzigen Film gesehen und dabei auf dem Sofa gelegen, ich dachte immer ich muss jede Sekunde nutzen!

Wie fühlst du dich jetzt in deiner Haut? Gehen die Menschen mit dir anders um?

Ich bin wie ein neuer Mensch! Menschen gehen mit mir manchmal um, als wäre ich ein Superstar. Es gab schon Frauen, die 400 km für ein Bild mit mir gefahren sind und wieder zurück. Durch Instagram habe ich nun eine Fanbase, für die ich immer da bin und die mir sehr viel Kraft gibt.

Hast du Tipps für Leute, die Probleme haben, sich zum Sport zu motivieren?

Wir haben alle Träume und wer Träume hat, hat gleichzeitig Ziele. Doch an das Ziel gelangt man nicht, wenn man nichts tut. Man muss dafür kämpfen. Jeden Tag! Eines Tages wird man ans Ziel gelangen. Ganz wichtig ist auch die passende Musik zu finden. Viele mögen Musik, die für das Fitnessstudio gemacht ist, mit lauten Beats und lauten Stimmen. Ich bin eher der Typ, der sich während dem Training Balladen anhört. Ich kann dann gut in mich gehen und daran denken, wem ich etwas beweisen will. Musik die ins Herz geht, wandelt sich bei mir direkt in Motivation um.

Wie regelmäßig machst du jetzt Sport und hast du Spaß daran?

Mittlerweile gehe ich fünf Mal die Woche ins Fitnessstudio. Sport ist keine Last mehr für mich, sondern es tut mir gut. ich liebe es einfach ans Limit zu gehen und mir danach etwas zu kochen. Es ist bereits Routine in meinem Alltag geworden. Und da ich so einen Erfolg feiern konnte, habe ich nun eine Vorbild Funktion für viele, der ich nachgehen muss. Da muss und will ich einfach mich nur verbessern und ihnen meinen Weg zeigen. Dank FiTS kann ich auch während meiner Arbeitswoche mein Training ohne großen Zeitverlust absolvieren.

Was willst du zum Abschluss noch sagen, was dir zu dem Thema wichtig ist? 

Viele glauben nicht an sich. Mir wurde auch gesagt, dass bei mir nur noch eine Magenoperation hilft. Manche wissen gar nicht, wozu ein Mensch fähig ist. Alles scheint anfangs unüberwindbar, wie den Mount Everest im tiefsten Winter zu besteigen. Alle haben Anfangs an mir gezweifelt. Doch ich habe Ihnen gezeigt, was ich kann. Glaubt an euch!