Hast du schon einmal versucht, eine lästige Gewohnheit loszuwerden, bist aber immer wieder rückfällig geworden? Welchen Einfluss deine Umgebung auf deine Gewohnheiten hat und wie du sie gestalten kannst, damit dir das ändern von Gewohnheiten leichter fällt, erfährst du in diesem Artikel.

Gewohnheiten

Welchen Einfluss hat dein Umfeld auf deine Gewohnheiten?

Gewohnheiten erlauben es uns, automatisch und ohne nachzudenken zu handeln. Das ist in den meisten Fällen sehr nützlich, da wir auf eine uns bekannte Situation schnell reagieren können und nicht jedes Mal von neuem unsere Handlungsalternativen abwägen müssen. Das spart viel Zeit und Energie im Alltag. Allerdings gibt es bestimmt auch ein paar Gewohnheiten, die du lieber nicht hättest. Wenn du diese ändern willst, musst du dir zunächst bewusst machen, dass deine Umgebung wahrscheinlich auf diese Gewohnheit ausgerichtet ist.

Dein Handeln ist nicht ganz so selbstbestimmt, wie du es vielleicht denken magst. Mit wem du zusammen wohnst, wie deine Wohnung eingerichtet ist, was bei dir im Kühlschrank liegt: Das alles hat einen erheblichen Einfluss auf dein Handeln. Wenn dein Umfeld ungünstig für deine Gewohnheit ausgelegt ist, versuchst du zwar krampfhaft, der Gewohnheit nicht mehr nachzugehen, wirst von deinem Umfeld aber immer wieder in Versuchung gebracht. Das raubt dir viel Energie und kann frustrieren.

Im Folgenden haben wir ein paar Laster und Tipps für dich, wie du von ihnen loskommst.

Du verbringst zu viel Zeit vor dem Fernseher

Der durchschnittliche Deutsche verbringt im Durchschnitt vier Stunden am Tag vor dem Fernseher. Wie sieht es bei dir aus? Hast du ein gemütliches Sofa mit Fernseher, die Fernbedienung liegt immer griffbereit und wenn du abends nach Hause kommst, kannst du fast nicht anders, als dich auf die Couch plumpsen zu lassen?

Tipp:

Wenn du weniger fernsehen möchtest, ist das ein denkbar schlechtes Umfeld für dein Vorhaben. Möchtest du mehr Zeit für andere Dinge, solltest du dein Umfeld so einrichten, dass das Fernsehschauen einen Aufwand bedeutet. Räum zum Beispiel die Fernbedienung auf, damit du aufstehen musst, um ihn einschalten zu können. Leg dafür ein Buch in deine Nähe, damit du eher dazu greifst, als zur Fernbedienung.

Du verbringst zu viel Zeit am Smartphone

Der durchschnittliche Deutsche schaut alle elf Minuten auf sein Handy! Die ständige Präsenz des Smartphones stresst uns, raubt Zeit und macht uns unzufriedener. Dabei tun wir alles dafür, um das Smartphone oft zu nutzen: Wir benutzen es als Wecker, lassen unsere Schritte zählen, kaufen Bahntickets, folgen hunderten von Menschen auf Social Media und wollen immer und überall für Freunde erreichbar sein.

Dies führt dazu, dass wir nicht mehr ohne Handy aus dem Haus gehen können und es immer in unserer Nähe haben wollen. Eine Studie der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen hat bestätigt, dass die häufige Nutzung unserer Smartphones zu chronischem Stress führt und sogar unser Gehirn verändert.

Tipp:

Wenn du weniger Zeit am Handy und dafür mehr Zeit für andere Dinge wie Sport, Freunde treffen oder Lesen haben möchtest, solltest du zuerst an deinem Umfeld ansetzen: Lade so wenige Apps wie möglich auf dein Handy, trag eine Armbanduhr anstatt ständig auf die Uhr deines Smartphones zu schauen, folge nur wenigen Menschen auf Instagram und co. oder lösche die App sogar ganz. Außerdem kann es dir helfen, Handy-freie Zeiten zu definieren, indem du zum Beispiel ab 20 Uhr dein Handy bis zum nächsten Morgen ausschaltest. Auch ein Handy-freier Raum kann sinnvoll sein: Verzichte zum Beispiel im Schlafzimmer komplett auf dein Handy. Du wirst erstaunt sein, wie viel mehr Zeit dir das bringen kann und dass du dadurch entspannter und weniger gestresst bist.

Du ernährst dich ungesund

Wenn du dich ungesund ernährst, liegt das zum Teil daran, dass du in deinem Umfeld Zugang zu all den leckeren und ungesunden Lebensmittel hast. Wer kann im Supermarkt bei den vielen Leckereien schon wiederstehen? Oft drängt uns unser Umfeld nahezu zu ungesunder Ernährung. Wenn du beim Bäcker vorbeiläufst und es köstlich duftet oder wenn du an der Supermarktkasse stehst und dir die sogenannte Quengel-Ware ins Auge sticht, obwohl du zuvor zielstrebig das Süßigkeiten-Regal gemieden hast.

Tipp:

Das Umfeld außerhalb deiner Wohnung kannst du allerdings nicht kontrollieren. Du kannst dich lediglich darauf vorbereiten, indem du einen gesunden Snack für unterwegs einpackst und dich schon gut satt isst, bevor du mit den ganzen Versuchungen konfrontiert wirst.

Wenn es um deinen Haushalt und dein unmittelbares Umfeld geht, kannst du das schon besser kontrollieren: Bring dich nicht selbst in Versuchung. Jeden ungesunden Snack und jede Süßigkeit, die du zu Hause hast, wirst du früher oder später auch essen! Also kauf solche Dinge gar nicht erst ein. Wenn du Schokolade und co. zu Weihnachten oder zum Geburtstag bekommst, kannst du sie verschenken oder deine Freunde und Verwandte darum bitten, dir keine Süßigkeiten mehr zu schenken.

Kaufe stattdessen gesunde Dinge, die dir gut schmecken. Wenn dich dann die Lust auf Süßes überkommt, kannst du dir etwas Gesundes wie einen geriebenen Apfel mit Zimt oder ein paar frische Erdbeeren gönnen.

Wie kann ich andere Gewohnheiten ändern oder neue gesunde Gewohnheiten etablieren?

Wenn du eine andere Gewohnheit ändern möchtest, die wir hier nicht beschrieben haben, kannst du genauso vorgehen: Überlege dir, was dich in deinem Umfeld zu der Gewohnheit bringt. Wie kann eine Umgebung aussehen, die dich nicht in Versuchung bringt? Und welches Verhalten möchtest du anstatt der bisherigen Gewohnheit zeigen? Eliminiere oder ersetze dann die Elemente in deinem Umfeld, die dich zu der schlechten Gewohnheit bringen.

Natürlich funktioniert der Effekt auch umgekehrt und du kannst dir eine positive, gesunde Gewohnheit angewöhnen. Lies hierzu den Artikel wie du eine langfristige Verhaltensänderung schaffst oder versuche eine gesunde Habit von FiTS. Viel Erfolg dabei!