Wie schon ein altes Sprichwort besagt: „Ein alter Irrtum hat mehr Freunde als eine neue Wahrheit“. Viele Fitness-Irrtümer halten sich hartnäckig. Teilweise sind es nicht nur unnütze, sondern sogar gefährliche Fitness-Mythen, wenn diesen Glauben geschenkt wird.  Deshalb räumen wir hier mit den 20 hartnäckigsten Fitnessmythen für dich auf!

Fitness-Irrtümer

Fitness-Irrtum 1: Nur, wenn man Muskelkater bekommt, war das Training effektiv.

Das stimmt so nicht, denn ein erfolgreiches Training hat nichts mit Muskelkater zu tun. Muskelkater entsteht durch zu intensive Belastung, bei der es zu kleinsten Verletzungen der Muskulatur kommt. Diese führen zu einer Art lokaler Entzündung.

Fitness-Irrtum 2: Die Fettverbrennung im Training beginnt erst nach 30 Minuten.

Auch dieser Mythos ist so nicht ganz richtig. Dein Körper muss von Beginn des Trainings an Energie bereitstellen, also Fett verbrennen. Dies variiert je nach Sportart und Intensität der Bewegung. Die Fettverbrennung hat allerdings erst nach 20-30 Minuten ihre Höchstleistung erreicht. Wenn du also möglichst viel Fett verbrennen möchtest, solltest du wenn möglich länger als eine halbe Stunde Sport treiben.

Fitness-Irrtum 3: Viel hilft viel.

Du denkst, du musst möglichst häufig und lange trainieren, um gute Ergebnisse zu erzielen? Das stimmt so nicht, denn nur bei systematischem und regelmäßigem Training mit genügend Erholungsphasen kann sich dein Körper optimal entwickeln. Ruhephasen sind wichtig, damit sich dein Körper regenerieren kann. Zu viel Training kann dein Immunsystem schwächen.

Fitness-Irrtum 4: Wer viel schwitzt ist unsportlich.

Unsinn, jeder Mensch schwitzt unterschiedlich stark und schnell. Schwitzen ist eine Kühlungsreaktion des Körpers. Wird es dem Körper beim Sport zu warm, pumpt er Flüssigkeit auf die Hautoberfläche, was durch Verdunstung zu Kühlung führt. Da es der Körper eines Sportlers gewohnt ist, durch Anstrengung erhitzt zu werden und darauf reagieren zu müssen, beginnt ein trainierter Körper sogar schneller mit dem Kühlungsprozess. Das heißt generell schwitzen Sportler sogar schneller und mehr als untrainierte Menschen.

Fitness-Irrtum 5: Mit Problemzonentraining werde ich gezielt meine Fettpolster los.

Bauch, Beine, Po – Kurse sind hoch im Trend. Doch leider stimmt auch dieser Mythos nicht. Denn auf welche Fettpolster der Körper zugreift, entscheidet er selbst. Du kannst lediglich bestimmen, welche Muskeln du trainierst. Und wenn du Muskeln in Problemzonen aufbaust, ergibt sich auch ein strafferes Bild.

Fitness-Irrtum 6: Seitenstechen: Stehen bleiben oder weiterlaufen?

Die Ursache für Seitenstechen ist medizinisch bis heute nicht eindeutig geklärt. Die gängigste Theorie besagt, dass Seitenstechen durch eine verminderte Durchblutung des Zwerchfells bei extremen Belastungen entsteht. Meistens hilft es, wenn du dein Lauftempo etwas herunterfährst, wenn es zu stark ist kann es jedoch auch nötig sein, eine Pause einzulegen, bis das Stechen verschwindet.

Fitness-Irrtum 7: Mit Sit-ups zum perfekten Sixpack

Ein Sixpack ist häufig schwerer anzutrainieren, als zum Beispiel kräftige Oberarme. Damit die Bauchmuskeln zu sehen sind, darf kein Fett über den Muskeln liegen. Das heißt, es muss zuerst dem Fett der Kampf angesagt werden, bevor Sit-Ups sichtbare Erfolge bringen können.

Fitness-Irrtum 8: Einmal pro Woche trainieren bringt nichts.

Einmal ist besser als Keinmal. Gerade für Anfänger ist es ratsam, ihre Fitness mit einem einwöchigen Training zu steigern, damit sie sich nicht von Beginn an überfordern und das Training dann komplett aufgeben. Auch durch ein einwöchiges Training kann die Leistungsfähigkeit gesteigert, der Blutdruck gesenkt und das Wohlbefinden verbessert werden. Hier kannst du nachlesen, wie viel körperlich-sportliche Aktivität überhaupt gesund ist.

Fitness-Irrtum 9: Sport macht schlank.

Sport allein macht dich nicht schlank. Zwar ist Bewegung wichtig, wenn du dein Gewicht reduzieren möchtest, das allein reicht aber nicht aus! Die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention hat herausgefunden, dass du durchschnittlich 56 Kilometer pro Woche flott gehen müsstest– also 8 Kilometer pro Tag – um nur 500 Gramm abzunehmen, wenn du deine Ernährung nicht veränderst! Einfacher geht es, wenn du auf eine Kombination aus Ernährung und Sport setzt!

Fitness-Irrtum 10: Langsam laufen verbrennt mehr Fett.

Das wäre eine gute Nachricht, wenn man abnehmen möchte, ist aber leider falsch. Wenn du halb so schnell läufst, verbrennst du zwar mehr als halb so viel Fett, als wenn du doppelt so schnell unterwegs wärst. Absolut betrachtet verbrennst du aber mehr Fett, wenn du schneller läufst, weil schnelleres Laufen mehr Energie verbraucht.

Fitness-Irrtum 11: Wer dehnt, kriegt keinen Muskelkater.

Muskelkater ist ein Schmerz, der durch kleine Verletzungen der Muskulatur entsteht. Das Dehnen kann diese kleinen Verletzungen nicht beseitigen und auch nicht vorbeugen. Was allerdings stimmt: Dehnen fördert die Durchblutung der Muskulatur, und so können diese kleinen Risse schneller verheilen. Bei starkem Muskelkater solltest du dich also erst mal schonen.

Fitness-Irrtum 12: Wer viel Eiweiß isst, bekommt schneller größere Muskeln.

Es stimmt, dass es für den Muskelaufbau Proteine braucht. Abe ohne Belastung gibt es auch kein Muskelwachstum. Der Aufbau von Muskeln ist die Folge von gezielter Belastung und Regeneration. Eiweiß-Shakes ohne Training nützen kaum, aber Training nützt mehr, wenn genug Eiweiß zugeführt wird.

Fitness-Irrtum 13: Wer jeden Tag Krafttraining macht, hat schneller Muskeln.

Den schnellsten Muskelaufbau erzielt man, wenn die richtige Balance zwischen Belastung und Regeneration besteht. Die Muskeln werden nämlich während der Erholungsphase aufgebaut. Der optimale Rhythmus ist individuell verschieden und variiert zwischen Trainingsart und –intensität.

Fitness-Irrtum 14: Frauen, die Krafttraining machen, werden zu Muskelprotzen.

Frauen bauen wesentlich schwerer Muskeln auf als Männer. Grund dafür ist das Hormon Testosteron, welches am Muskelaufbau entscheidend beteiligt ist. Und da Frauen viel weniger davon haben, bauen sie auch deutlich langsamer und weniger Muskeln auf als Männer. Du musst also keine Angst haben, nach dem Krafttraining wie Hulk auszusehen. Mit dem Krafttraining erhöhst du deinen Grundumsatz, und du nimmst leichter ab. Außerdem wird dadurch deine Haut straffer. Also nichts wie los!

Fitness-Irrtum 15: Laufen ist die beste Sportart zum Abnehmen.

Das stimmt so nicht ganz. Laufen ist eine super Möglichkeit, um dich fit zu halten und viele Kalorien zu verbrennen. Aber wie bei allen Ausdauersportarten verbrennst du fast nur Kalorien, solange du dich aktiv bewegst. Beim Krafttraining allerdings werden auch anschließend durch die aufgebauten Muskeln ordentlich Kalorien verbrannt.

Fitness-Irrtum 16: Muskelaufbau verschlechtert die Flexibilität.

Auch das stimmt nicht. Ein richtig ausgeführtes Krafttraining verbessert sogar deine Beweglichkeit. Es ist wichtig, dass du Übungen für alle Muskelgruppen einplanst und deinen gesamten Bewegungsradius ausnutzt. Wenn du noch mehr für deine Beweglichkeit tun möchtest, probier doch mal Yoga aus.

Fitness-Irrtum 17:  Trinken beim Training verursacht Krämpfe.

Auch der Mythos, dass trinken beim Training Bauchkrämpfe verursacht, stimmt nicht. Im Gegenteil: Während des Trainings verlierst du viel Flüssigkeit, daher ist trinken während des Trainings super wichtig!

Fitness-Irrtum 18:  Training am Morgen ist effektiver.

Wer gleich morgens trainiert hat einen größeren Trainingseffekt? Auch das stimmt nicht. Die optimale Uhrzeit für dein Training ist diese, zu welcher du dich am fittesten fühlst. Das hängt ganz von deinen persönlichen Vorlieben ab.

Fitness-Irrtum 19: Muskeln werden zu Fett, wenn du aufhörst zu trainieren.

Das ist physiologisch gar nicht möglich. Wenn du ein regelmäßiges Training beendest, fehlen die für deine Muskeln nötigen Wachstums- und Erhaltungsreize und deine Muskeln werden abgebaut. Allerdings werden sie nicht zu Fett.

Fitness-Irrtum 20: Sport verhindert Cellulite.

Cellulite ist ein Problem, das vor allem Frauen kennen. Circa 80 Prozent aller Frauen kämpfen gegen die Cellulite, und auch sehr schlanke Frauen können betroffen sein. Die Dellen sind eine Folge von schwachem Bindegewebes. Dies kann zwar nicht allein durch Sport wegtrainiert werden, allerdings kann Sport einen positiven Effekt auf die unschönen Dellen haben: Wenn du Muskeln aufbaust, kann dies deine Haut von unten leicht aufspannen und die Dellen etwas minimieren.

Nachdem du nun über die häufigsten Fitness-Irrtümer aufgeklärt wurdest, hast du wohl erkannt, dass einige totaler Schwachsinn sind, in anderen aber doch ein Körnchen Wahrheit steckt. Unser Rat an dich: Glaube nicht alles, was du liest, oder was man dir erzählt, sondern sei kritisch und hinterfrage die Dinge. So tappst du in Zukunft nicht mehr in die Falle der Fitness-Irrtümer.