Deine Motivation für einen gesünderen Lebensstil rennt gerade wieder nackt mit einem Cocktail über die Wiese? Damit bist du nicht allein.

Motivation

Nicht umsonst erfreuen sich die kleinen Sünden in Form von Süßigkeiten, Chips, Kaffee & Co. großer Beliebtheit. Wir leben eben in einer Gesellschaft, in der all die ungesunden Sachen in Massen und vor allem einfach verfügbar sind. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer begraben. Scheinbar ist es eben doch leichter ein lasterreiches Leben zu führen, als in die Selleriestange zu beißen. Wie du deiner Gesundheit trotzdem auf die Sprünge helfen kannst, erfährst du hier.

Mach dir die Entscheidung leicht

Damit du neue Gewohnheiten entwickeln kannst, die dir und deiner Gesundheit helfen, ist es ratsam die gesunde Entscheidung zu erleichtern. Nur wie? Die grob heruntergebrochene und stark vereinfachte Faustregel der „psychologischen Distanz“ besagt, dass du erwünschtes Verhalten erleichterst und unerwünschtes Verhalten erschwerst. Möchtest du z.B. vor dem Versacken auf der Couch FiTS-Übungen machen, dann kann es z.B. hilfreich sein das Wohnzimmer abzuschließen und die Yoga-Matte in der Nähe der Wohnzimmertür bereit zu legen. So siehst du erst die Matte, hast daher die Distanz zu den Übungen verkürzt und bist deiner körperlichen Bewegung tatsächlich greifbar nah. Liegen dann noch die Sportklamotten bereit, so schreit die Situation regelrecht nach einer kleinen Fitnesseinlage. Und damit landest du direkt beim nächsten Punkt – weniger ist gerade am Anfang mehr.

Weniger kann mehr werden

Um einen gesünderen Lebensstil zu führen, solltest du vorerst mit kleinen Handlungen anfangen. Denn die Hürde von keinem auf ein tägliches 30-Minuten-Ganzkörper-Workout umzusteigen ist enorm und insbesondere für Sportmuffel unrealistisch. Zähle lieber auf Aktionen, die du direkt und ohne viel Mühe umsetzen kannst. Auch die kleinen Erfolge am Anfang haben ihre Wirkung – und die motivieren ungemein. Geh gedanklich zurück zu deiner Yogamatte vor der Wohnzimmertür. Lass die Tür noch weitere 5 Minuten verschlossen und mache 3 Übungen. Der Zeit- und Kraftaufwand bleibt für dich in diesem Szenario überschaubar. Erst danach schließt du die Tür auf und gehst zur Couch – mit der Gewissheit, dass du gerade etwas für dich und deinen Körper getan hast. Am nächsten Tag wiederholst du das Ganze. Und den Tag darauf schaffst du schon 5 Wiederholungen pro Übung. Die kleine Geste ist eben schnell erledigt und abgehakt. Ehe du dich versiehst, landest du nach einiger Zeit bei dem jetzt noch fern erscheinenden, täglichen Workout. Dabei ging es nur mit 5 extra-Minuten vor deiner Wohnzimmertür los.

Feiere dich für deine Erfolge

Es ist enorm wichtig, dass du auf deine kleinen Fortschritte achtest, sie anerkennst und entsprechend stolz darauf bist. Denn über neue Gewohnheiten nachdenken ist die eine Sache, damit beginnen eine andere. Belohne dich bereits nach deiner ersten Fitnessaktion. Die Belohnung löst eine ganze Menge biologischer Reaktionen in deinem Kopf aus. Dein Gehirn setzt u.a. eine gute Portion Dopamin frei, was für das wohlig-zufriedene Gefühl sorgt, welches du in der Situation üblicherweise verspürst. Dadurch verknüpft dein Gedächtnis dieses angenehme Gefühl mit deiner Fitnessaktion, wodurch du zusätzlich auf einer emotionalen Ebene lernst, dass Fitness gut für dich ist. Das erleichtert dir beim nächsten Mal den Gang zur Yogamatte.

Alles Nudging oder was?

Nicht ganz, aber viele der erwähnten Strategien zählen zum Bereich Nudging. Nudging bedeutet so viel wie „(An)stupsen“ und ist ein Konzept, welches aus den Verhaltenswissenschaften, der Verhaltensökonomie und der Politischen Theorie kommt. Es soll darauf abzielen, Menschen in ihrem Verhalten und ihrem Entscheidungsvermögen positiv und vor allem vorhersagbar zu beeinflussen. Forscher fanden zum Beispiel heraus, dass Menschen tendenziell eher zum Obst greifen als zum Kuchen, wenn das Obst auf einem Buffettisch in greifbarer Nähe angerichtet ist.

Geh mit offenen Augen durch deinen Alltag und schaue nach Situationen, die du für dich und deinem gesünderen Lebensstil erreichbar machen kannst. Wenn du zum Beispiel mehr trinken möchtest, stell dir ein volles Glas Wasser auf den Tisch. Das Prinzip ist relativ simpel. Du hast es in der Hand und kannst dich selbst Richtung gesunden Lebensstil „stupsen“.