Bierbauch, Reiterhosen, Winkearme & Co: jeder Mensch hat sogenannte Problemzonen, an denen sich schneller Fett ansetzt. Die Fitnessbranche wirbt mit Mitteln und Übungen, die diese Fettpolster zielgerichtet vernichten sollen. Doch diese Angebote haben mit der Realität leider wenig zu tun. Es ist zwar ratsam die gewünschten Bereiche zu trainieren, dennoch werden die Problempolster dadurch nicht gezielt reduziert. Denn Fett kann nicht gezielt abtrainiert werden, weil in den meisten Fällen die genetische Veranlagung darüber entscheidet, wo zuerst Fett an- und abgebaut wird. Wie du dennoch bestimmte Bereiche deines Körpers stärken und formen kannst und was die verschiedenen Problemzonen eigentlich bedeuten, erfährst du hier.

Problemzonen

Bauchspeck verlieren durch Situps?

Es erscheint dir logisch, dass deine Bauchpolster verschwinden, wenn du verstärkt Kraftübungen für deinen Bauch machst. Wenn du unzufrieden mit deinen Oberschenkeln bist, machst du eben mehr Kniebeuge. Das wäre die Konsequenz, wenn du dieser Logik folgst. Umso größer ist dann die Enttäuschung, wenn das Training keinen positiven Effekt auf deine Problemzone hat.

Das liegt daran, dass sich Muskeln schneller aufbauen, als Fett abgebaut wird. Das bedeutet, dass dein Fett vom wachsenden Muskel nach außen gedrückt wird und diese Partien damit noch größer erscheinen. Lass dich davon aber nicht demotivieren! Denn das geht vorüber. Mit einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger Bewegung kannst du wirklich viel bewirken.

Wie wirst du deine Problemzone los?

Um den Bierbauch oder die Reiteroberschenkel loszuwerden, sollest du den gesamten Körperfettanteil reduzieren. Der Sportwissenschaftler Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln empfiehlt hierfür eine Kombination aus Ausdauertraining und Muskeltraining. Wichtig dabei ist, die gesamte Muskelmasse deines Körpers aufzubauen. Dadurch erhöhst du deinen Grundumsatz und verbrennst leichter Kalorien.

Der Grundumsatz ist der Energiebedarf deines Körpers bei Ruhe. Dieser macht 70 – 80 Prozent des Stoffwechsels aus. Wenn du mehr Muskelmasse hast, verbrauchst du sogar im Ruhezustand, z.B. auf der Couch, mehr Energie. Weniger zu essen ist jedoch der falsche Weg. Denn dadurch kurbelt dein Körper den Stoffwechsel herunter und dein Grundumsatz reduziert sich. Die Folge ist, dass du nach der Diät den Jojo-Effekt spüren wirst, sobald du wieder „normal“ isst.

Problemzonen und was sie dir verraten

Das Phänomen, dass Männer einen Bierbauch bekommen, hat weniger damit zu tun, dass Frauen scheinbar kein Bier trinken. Es liegt vielmehr an der individuellen Fettverteilung, die bei jedem Menschen anders ist und zudem durch Hormone beeinflusst werden kann. Frauen neigen daher eher dazu, an Oberschenkeln und am Po Fett anzusetzen.

Interessant ist auch, dass der Ort der Fettansammlung einiges über deinen Lebens- und Ernährungsstil verrät. Wenn du gleichmäßig am Körper zugenommen hast, liegt es häufig an der Ernährung. Einfach gesagt: deine Kalorienzufuhr ist zu hoch. Süßigkeiten und andere Leckereien sind in Maßen voll ok, in Massen zeichnen sie sich jedoch gern in den genannten Problemzonen ab. Versuche daher eher gesunde, zuckerarme Snacks zu dir zu nehmen und auf mehr Bewegung zu achten.

Nimmst du vermehrt am unteren Bauch zu, könnte das darauf hinweisen, dass du zu viel Stress hast. Bei Stress wird das Hormon Cortisol freigesetzt, was u.a. zu vermehrten Heißhungerattacken führt.  Versuche herauszufinden, woher dein Stress kommt und wie du deinen Alltagstrubel entspannter meistern kannst.  Das können verschiedene Strategien sein z.B. Bewegung an der frischen Luft, Saunabesuche oder Meditationstechniken.

Ist deine Problemzone der Bauch und Po? Bei Frauen spielen häufig Hormone eine wichtige Rolle. Hormonschwankungen und zu viel weibliche Geschlechtshormone Östrogene führen zu einer vermehrten Einlagerung von Energiereserven in den Fettzellen an Po und Oberschenkeln. Außerdem können Hormone auch stärkere Wassereinlagerungen verursachen. Hier kann ein ärztlicher Rat hilfreich sein, um den Ursachen sorgfältig auf den Grund zu gehen.

Und das Fazit?

Problemzonen kannst du leider nicht gezielt weg trainieren. Das Fett verschwindet zudem dort als letztes, wo es sich als erstes ansammelt. Doch wenn du dich jedoch ausreichend bewegst, Krafttraining machst und dich zudem ausgewogen ernährst, werden auch deine Problemzonen kleiner und irgendwann verschwinden.

Fang doch damit an dein FiTS-Workout regelmäßig in deinen Alltag einzubauen und versuche, dich zwei bis dreimal die Woche für mindestens 30 – 45 Minuten zu bewegen.