Du denkst, Sport ist nur für deine körperliche Gesundheit gut? Nicht ganz, denn Bewegung kann auch dein Denken positiv beeinflussen. Denn es gibt eine Verbindung zwischen Muskeln und Gehirn. Das hat eine Studie des Max-Planck-Instituts bestätigt. Sport verhilft dir also nicht nur zu mehr körperlicher Fitness, sondern kann dir darüber hinaus beim Lernen helfen und Krankheiten wie Depressionen und Demenz vorbeugen.

Und wie geht das?

Die Regionen in deinem Gehirn, die für die Koordination von Bewegung zuständig sind, sitzen im Frontallappen. Also genau dort, wo sich auch dein Arbeitsgedächtnis befindet, das Dinge bearbeitet, auf die wir uns konzentrieren wollen. Wenn du Sport treibst, wird nicht nur dein Körper besser durchblutet, sondern auch diese Bereiche in deinem Hirn. So werden deine Zellen besser mit Sauerstoff und Glukose versorgt. Das steigert die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit deines Gehirns. Außerdem kannst du durch Sport den Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen durch die Bildung neuer Synapsen (Verbindungen) bis hin zur Neubildung von Zellen (Neurogenese) fördern. All diese positiven Effekte steigern deine geistige Flexibilität, Aufmerksamkeit und Konzentration. Und das Beste daran ist: Dieser Effekt hält noch bis zu mehreren Tagen nach dem Sport an!

Ein Rausch ohne Drogen

Eine Studie am Institut für Bewegungs– und Neurowissenschaft der Deutschen Sporthochschule in Köln verweist auf noch einen weiteren Aspekt: Beim Sport wird die Aktivität in einem Teil des Frontallappens (im Präfrontalen Cortex) gesenkt. In der Motivationsforschung hat man genau so eine Absenkung beim sogenannten „Flow“-Erleben entdeckt.  Unter „Flow“ verstehen Psychologen das komplette Aufgehen in einer Tätigkeit, begleitet von Selbstvergessenheit und dem Gefühl, dass alles stimmig ist. Das ist das Gefühl, wenn du dich trotz all dem Schweiß und der Anstrengung federleicht fühlst und deinen rasenden Puls und deinen roten Kopf für einen Moment vergisst.

Bewegung macht Glücklich

Das ist noch nicht alles! Wenn du Sport machst werden Glückshormone ausgeschüttet, die für gute Laune sorgen. Und es gibt noch einen weiteren positiven Effekt: Durch die Bewegung und Koordination der Bewegungsabläufe ist dein Gehirn so stark gefordert, dass es keine Kapazitäten mehr hat, an andere Dinge zu denken. Das bietet dir eine Auszeit von all den nervigen Verpflichtungen und deinem täglichen Stress – eine erholsame Pause für dein Gehirn! Das steigert auch deine Leistungsfähigkeit nach dem Training.

Der extra-Kick fürs Selbstbewusstsein

Durch den Sport verbesserst du deine körperliche Fitness und genau diesen Effekt nimmst du bewusst oder unterbewusst wahr. Weil du etwas geschafft hast, beurteilst du diese Veränderung als positiv – und dadurch auch dich selbst positiver. Das in Kombination mit dem Abbau von Stresshormonen durch das Training pusht dein Selbstbewusstsein und lässt dich strahlen!

Nike hat diesen Effekt in einer Verbraucherumfrage mit 10.000 Frauen aus neun verschiedenen Ländern bestätigt: 77% der Befragten gaben an, dass Sport ihr Selbstbewusstsein stärke. Lies hier mehr dazu, wie du dein Selbstvertrauen steigern kannst.

Ein interessanter Fakt: 82 % der sportlich aktiven Frauen haben durch ihr positives Selbstbild auch mehr Lust auf Sex – deutlich mehr als die sportlich inaktive Kontrollgruppe (69 %).

Probiers gleich aus!

Die gute Nachricht ist: Du musst keinen Marathon laufen, um von den positiven Effekten auf dein Gehirn zu profitieren. Eine Studie über den Zeitraum von neun Jahren rund um den Neurologen Kirk Erickson von der University of Pittsburgh hat ergeben, dass schon moderate und regelmäßige Bewegung wie Spaziergänge einen positiven Effekt auf unser Gehirn und unser Denken hat. Also nichts wie los!