Kopf hoch, Schultern zurück, und schon fühlst du dich besser. Körpersprache beeinflusst nachweislich unser Wohlbefinden. Warum das so ist, wie Lächeln auf deinen Körper wirkt und wie du das positiv für dich nutzen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Körpersprache

Forschung zum Thema Körpersprache

Psychologen der Universität Potsdam haben herausgefunden, dass unsere Körperhaltung einen Einfluss auf unser Fühlen, Verhalten und somit unser Wohlbefinden hat. In ihrer Studie haben die Teilnehmer entweder auf einem Stuhl oder auf einem Liegestuhl platzgenommen. Alle Probanden haben eine negative Rückmeldung zu ihrer Arbeit bekommen. Die Sitzposition der Probanden hatte einen großen Einfluss darauf, wie sie die Kritik aufgenommen haben. Die Personen im Liegestuhl reagierten entspannter und waren anschließend weniger nachtragend. Die Personen, die aufrecht auf dem Stuhl saßen, ärgerten sich hingegen stark und rächten sich durch ein schlechtes Feedback.

Die Psychologen erklären diesen Effekt damit, dass Entspannung und Ärger inkompatibel sind, also nicht gleichzeitig empfunden werden können. Somit nahmen die Teilnehmer, welche entspannt zurückgelehnt waren, auch die Kritik entspannter auf. Unser Körpergefühl steht demnach mit unseren Emotionen im Wechselspiel.

Der Einfluss der Hormone

Amy Cuddy, Psychologin an der Harvard-Universität, hat eine Studie zu dem Thema Körpersprache und Macht durchgeführt: Veranlassen uns sogenannte Machtposen dazu, uns kraftvoller und risikobereiter zu fühlen und zu verhalten?

Dazu ließ Cuddy ihre Versuchsteilnehmer hintereinander für jeweils eine Minute zwei sogenannte Low-Power-Posen bzw. zwei High-Power-Posen einnehmen. Die High-Power-Posen sind durch raumeinnehmende Gesten, in die Hüften gestemmte Arme, hüftbreiter Stand und offene Körperhaltung gekennzeichnet, wohingegen Low-Power-Gesten das Gegenteil zeigen: Leicht eingefallene Körperhaltung im Sitzen, die Hände übereinander im Schoß liegend. Cuddy fand durch die Entnahme von Speichelproben heraus, dass nach der Ausführung der Low-Power-Pose das Stresshormon Kortisol im Körper der Versuchsteilnehmer erhöht war. Nach der High-Power-Pose hingegen wurde sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Versuchsteilnehmern vermehrt das Dominanzhormon Testosteron festgestellt.

Somit spiegelt sich das kraftvolle Empfinden bei der Ausführung einer High-Power-Pose sogar in unseren Hormonen wider. Die zusammengesunkene Pose löste bei den Teilnehmern allerdings Unwohlsein aus, was sich in den erhöhten Stresshormonen zeigt.

Wie kannst du dir diese Erkenntnis zu Nutze machen?

 1. Vermeide Low-Power-Posen

Liest du diesen Text gerade auf deinem Smartphone? Wie ist deine Haltung dabei? Krumme Wirbelsäule, gesenkter Kopf und nach vorne gebeugt? Diese Haltung macht dich klein, und tut deinem Selbstbewusstsein und deiner Stimmung nicht gut. Wie du eben gelesen hast, schüttet dein Körper in dieser Position vermehrt Stresshormone aus, und das tut dir nicht gut!

Streck dich, lächle und nimm eine gerade Haltung ein. Achte in nächster Zeit darauf, wenn du auf dein Smartphone schaust.

 2. Mach High-Power-Posen

Probier es gleich aus: Kopf hoch, Schultern zurück, Rücken gerade, strecke deine Arme in die Höhe. Verwende dafür nur so viel Muskelkraft, wie du wirklich brauchst. Lass deine übrigen Muskeln locker. Wie fühlst du dich dabei? Selbstbewusster, zuversichtlicher und souveräner? Das kann am Hormon Testosteron liegen, welches dir mehr Kraft und Dominanz-Gefühl verleiht. Diese Pose kannst du morgens nach dem Aufstehen machen, um selbstbewusster in den Tag zu starten. Oder vor einem Vortrag heimlich auf der Toilette oder im Fahrstuhl. Versuch es mal!

 3. Lächeln macht glücklich

Auch das Lächeln zählt zur Körpersprache, und ein echtes Lächeln hat enorme Wirkung. Es erzeugt bei dir selbst und auch bei anderen positive Gefühle. Es kann anderen signalisieren, dass wir ihnen freundlich gesinnt sind und dass wir ihnen vertrauen. Lächeln kann auch anstecken, da unser Gehirn positive Emotionen besonders stark widerspiegelt. Forscher am US-College Baylor haben herausgefunden, dass beim Anblick von lächelnden Babys unser Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert wird. Lächeln kann auch unsere eigenen Emotionen beeinflussen: Wenn du lächelst, trickst du dein Gehirn aus. Glückshormone werden ausgeschüttet und du fühlst dich gut. Außerdem hat Lächeln eine entspannende Wirkung auf deinen Körper.

W. James postuliert in seiner James-Lange-Theorie, dass Emotionen nur Begleiterscheinungen von körperlichen Reaktionen seien. Demnach lächeln wir nicht, weil wir glücklich sind, sondern wir sind glücklich, weil wir lächeln. Mach dir dies zu Nutze und ruf positive Emotionen durch ein Lächeln hervor!

Wenn du dein Wohlbefinden verbessern möchtest, ist Lächeln ein guter Anfang! Lies hier mehr zum Thema positive Psychologie.

Lächeln in Verbindung mit einer powervollen Körperhaltung macht dich unschlagbar! Probiers aus!