Der menschliche Körper besteht zwischen 60 und 80 % aus Wasser. Da scheint es nur logisch, dass viel trinken wichtig ist. Warum das so ist, welche Mythen es um den menschlichen Wasserhaushalt gibt und warum zu große Mengen an Wasser gefährlich werden können, erfährst du hier.

Wasser

Wieso brauchen wir Wasser?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät dazu, 1,3 bis 1,5 Liter Flüssigkeit pro Tag in Form von kalorienarmen Getränken zu sich zu nehmen. Der allgemeine Wasserbedarf hängt allerdings von vielen Faktoren ab: Bei großer Hitze, salzreicher Ernährung oder hoher körperlicher Aktivität benötigst du mehr Flüssigkeit als der Durchschnitt.

Wasser hat im Wesentlichen vier wichtige Aufgaben in unserem Körper:

  1. Es ist Bestandteil aller Körperzellen und -flüssigkeiten
  2. Es ist erforderlich für Stoffwechselabläufe und Transportvorgänge
  3. Es nimmt an biochemischen Reaktionen teil
  4. Es dient als Kühlmittel der Körpertemperatur durch Schwitzen

Durch all diese Aufgaben verliert der menschliche Körper täglich über zwei Liter Flüssigkeit, die ersetzt werden müssen. Wenn dies nicht in ausreichender Form geschieht, gerät der Wasserhaushalt im Körper durcheinander und es kann zu einer Dehydrierung mit Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsmangel und Reaktionsschwäche kommen. Ein heißer Tag oder viel Schwitzen beim Workout können dafür als Auslöser schon reichen.

Wenn du immer nur bei Durst trinkst, kannst du damit deinem Körper auf Dauer schaden. Denn Durst ist ein Warnsignal des Körpers. Er signalisiert dir, dass dein Wasserhaushalt schon im Defizit ist. Wenn du dann gleich zur Wasserflasche greifst, ist das nicht schlimm. Wenn du aber dauerhaft in einer leichten Unterversorgung bist, wird dein Stoffwechsel, deine Wärmeregulierung sowie dein Kreislauf belastet.

Bei älteren Menschen funktioniert das Durstsignal häufig nicht mehr richtig. Daher muss man vor allem mit fortschreitendem Alter darauf achten, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Mehr trinken bringt nicht mehr

Wenn du zu große Mengen an Wasser trinkst (also deutlich über 2 Liter bei normaler körperlicher Aktivität) können bestimmte Mineralstoffe im Blut sinken. Eine Studie an der Monash University zeigt: Wenn der Natriumspiegel sinkt, drohen Übelkeit, Krämpfe und sogar Ohnmacht.

Kann ich durch Wassertrinken abnehmen?

Zahlreiche Diätprogramme und Internetseiten versprechen, dass Wassertrinken bei der Gewichtsabnahme hilft. Eine Studie an der Charité Berlin hat dies untersucht: Wasser trinken kann tatsächlich die Abnahme während einer Diät unterstützen. Grund dafür ist vor allem das Sättigungsgefühl, welches sich beim Wassertrinken einstellt. Aber allein durch das Trinken kannst du die lästigen Pfunde leider nicht loswerden. Zwar liest man häufig in nicht-wissenschaftlichen Artikeln, dass Wassertrinken den Energieverbrauch ankurbelt und somit den Grundumsatz steigert. Dieser Effekt ist allerdings so minimal, dass er keine Gewichtsabnahme zur Folge hat.

Lieber Leitungs- oder Mineralwasser?

Ist Wasser aus der Flasche besser als Leitungswasser? In den USA oder Frankreich gehört eine Karaffe Wasser auf jeden Esstisch, im Restaurant bekommt man Leitungswasser kostenlos. Auch deutsches Leitungswasser hat eine Topqualität, und es schmeckt auch gut! Es hat keine Nachteile im Vergleich zum Wasser aus der Flasche. Stilles Wasser ist für einen empfindlichen Magen besser geeignet, ansonsten ist es jedoch reine Geschmackssache, ob du dein Wasser lieber mit oder ohne Sprudel trinkst.

Die drei häufigsten Mythen ums Wassertrinken

1. Nicht beim Essen trinken

Im Gegenteil: Damit dein Körper die Nährstoffe beim Essen gut verwerten kann, sollte man gleichzeitig essen und trinken. Zudem vermittelt Trinken zum Essen ein gutes Sättigungsgefühl. Oft wird auch behauptet, Wasser verdünne die Verdauungssäfte, sodass sie nicht mehr wirken könnten. Das ist falsch. Durch unseren Verdauungstrakt fließen mehrere Liter Flüssigkeit, welche sich durch ein Glas Wasser kaum nennenswert verdünnen.

2. Bei Erkältung viel trinken

Dahinter steckt die Annahme, dass sich der Schleim in Lunge und Nasen-Rachen-Raum durch Getränke verflüssigt und dadurch besser abtransportiert wird. Dafür gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Belege. Wer jedoch Fieber hat und schwitzt, sollte den Flüssigkeitsverlust wieder ausgleichen und mehr trinken.

3. Eiskaltes Wasser ist ungesund

Das stimmt teilweise. Normalerweise kann unser Körper Temperaturunterschiede gut ausgleichen, bei einem empfindlichen Magen kann eisgekühltes Wasser allerdings Beschwerden bereiten. Im Sommer haben eiskalte Getränke einen weiteren Nachteil: Der Körper muss die Flüssigkeit auf Körpertemperatur erhitzen und verbraucht dabei Energie, wodurch wir schwitzen.

 Tipps um ausreichend zu trinken

Nachdem du gelesen hast, dass genügend Wasser für deinen Körper wichtig ist, sind hier ein paar Tipps für dich, um ausreichend zu trinken:

  • Gleich nach dem Aufstehen ein großes Glas Wasser trinken
  • Trink- oder Mineralwasser immer in Reichweite stellen
  • Regelmäßig vor und zu den Mahlzeiten trinken
  • Auch unterwegs immer Wasser dabeihaben
  • Wenn dir Wasser zu langweilig schmeckt: Pimpe es mit Früchten, Gurke oder Minze auf, dann schmeckt es gleich besser
  • Erinnerung durch Apps: Wenn du es einfach immer vergisst: Es gibt einige kostenlose Trink-Apps, probiers mal aus

Fang am besten gleich damit an, deine optimale Trinkmenge zu erreichen und gönn dir ein Gals Wasser! Lass es dir schmecken!